Die Einsame Eiche im Rhinluch

Im Mittelalter erwuchs aus einer Eichel ein kleiner Schößling und wurde zu einem mächtigen Baum. Einem Wegweiser für die Reisenden durch die damals noch sumpfige Landschaft.

Die Legende besagt, dass Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg unter eben dieser Eiche seine Frühmalzeit aß, bevor er im Jahre 1675 erfolgreich gegen die, bis dato unbesiegbar scheinenden Schweden ins Feld zog.

Vielleicht hat die mächtige Eiche dem großen Kurfürsten ja etwas von ihrer Kraft verliehen und die Größe Preußens basiert auf der Gunst eben jenes Baumes.

 Die Einsame Eiche im Rhinluch

Die große Alte hat viel erlebt und gesehen in ihrem Jahrhunderte andauernden Leben, bis sie im Jahre 1945, durch einen Blitzschlag  getroffen dahinschied.

Menschen aus den umliegenden Orten Nackel, Läsikow, Wutzetz und Damm, denen die Einsame Eiche am Herzen lag, schlossen sich zusammen und pflanzten im Jahre 1948 eine neue Eiche. Die Verbundenheit mit der Einsame Eiche ging so weit, dass Sie auf dem Wappen der Gemeinde Nackel verewigt wurde.

Die Menschen waren erschüttert, als sie im Jahre 1982 feststellen mussten, dass der 1948 gepflanzte Baum, in Folge der Melioration in der Region, den Beilen und Sägen der Baumfäller zum Opfer gefallen war. Die Einsame Eiche wurde zu einem Politikum. Es kam zu Versammlungen, Protestschreiben wurden formuliert und Unterschriften gesammelt. Eine beherzte Aktion im Angesicht der SED-Regierung und unter den Augen der Stasi.

Gedenkstein für die drei Individuen mit Namen Einsame Eiche.

Die Menschen gingen ein Wagnis ein und gewannen. Ein neuer Baum wurde gepflanzt, ca. 100 Meter vom alten Standort entfernt.

Die jugendliche Einsame Eiche freut sich auf Ihren Besuch.

Diese noch junge Eiche folgt ihren geschichtsträchtigen Urmüttern nach. Sie ist ein Wahrzeichen im Rhinluch. Wohl fehlt es ihr noch an Jahren, doch auch sie ist bereits zu einem prachtvollen Baum herangewachsen.

Wirklich einsam ist die Einsame Eiche heute nicht mehr. Viele Menschen besuchen sie und finden Ruhe und Erholung unter ihrem grünen Blätterdach. Einmal im Jahr, am letzten Wochenende im Juli, findet ein Fest ihr zu Ehren statt, ausgerichtet vom "Freundeskreis Einsame Eiche". Dabei wird auch der fleißigste Eichenbesucher des vergangenen Jahres geehrt.

Rastplatz unter der Einsamen Eiche mit Chronik und Gästebuch.

Die Einsame Eiche ist ein schönes Ausflugsziel, erreichbar mit dem Fahhrad, zu Fuß, hoch zu Ross oder mit dem PKW. Der gepflegte Picknickplatz mit Tischen und Bänken lädt zum Verweilen ein. Vor Ort ist eine ausführliche Chronik der Einsamen Eiche verwahrt, zugänglich für Jedermann der sich für die bewegte Geschichte diese Baumes interessiert. Ein Gästebuch liegt bereit, in dem sich Besucher verewigen können.

Besuchen Sie diesen wunderbaren Baum, spüren Sie die kraftvolle Ausstrahlung und sorgen Sie mit dafür, dass die Einsame Eiche niemehr einsam sein wird.

Parkplatz für Pferde an der Einsamen Eiche bei Friesack.

Hier finden Sie die Einsame Eiche.